10 Tage im Big Apple

New York

Forever 21 Eskapaden, verlorene Cardigans und ein gestohlener Reiseführer, Einblicke in die modischen Gepflogenheiten stylischer New Yorker und die Entdeckung des weltbesten Cheesecake: Meine 10 Tage in New York waren großartig – weil perfekt unperfekt.

NEW YORK! Bereits Wochen davor summte ich “Empire State of Mind” vor mich hin und war gespannt bis in die kleinen Zehen was mich in der Stadt der Wolkenkratzer wohl erwarten würde. Born and raised in Salzburg ist man halt doch irgendwie ein Landei… Big City Life wollte ich erleben, und ich wurde nicht enttäuscht.

Brooklyn – Hipsterhochburg

Im Stadtteil Brooklyn (noch genauer: Bushwick) bezogen wir unser Hostel und befanden uns damit in der Hipsterhochburg schlechthin. Denn was früher mal heruntergekommene Fabriksgebäude waren, sind nun Secondhand-Läden, Skatershops, Organic Supermarkets, und Coffeshops mit veganen Specials. Die Fassaden zieren Graffitis aller Art. Sieht man auf einer Wand ein gruseliges Monster, grinsen einem von der nächsten schon Ernie und Bert aus der Sesamstraße entgegen.

Ernie und Bert in New York
Comic-Helden trifft man hier überall

Übrigens: Radelt man auf einem coolen Vintage-Bike durch die Brooklyner Straßen ist man der King. Und ansonsten gilt: When in doubt, carry a “I don’t give a damn”-attitude. Understatement gibt nämlich zweifelsohne den Ton an. Wanna know how to be a hipster?

New York – Herzstück Times Square

Ankunft Times Square. Erstmal Schock. Leuchtreklamen, eine greller als die andere. Superhelden, die Touris abfangen um ein Foto mit ihnen zu machen (das dann natürlich nicht gratis ist – come on!) Es riecht nach einer Mischung aus Abgasen und Fast Food; immer wieder schwappt eiskalte Klimaanlagen-Luft auf die Straße  wenn sich die Tür zu einem der Megastores öffnet und wieder schließt. Und immer und überall: quietschgelbe Taxis. Doch nach dem ersten Flash kommt die Begeisterung für das pulsierende Epizentrum New Yorks. Und ich fühle mich ein kleines bisschen wie in der Anfangsszene eines Hollywood-Blockbusters. New York: Bring it on!

Wenn einer eine Reise tut …

Ernie und Bert in New York
Pancakes mit Blueberries in Tom’s Cafe – Immer eine Reise wert

dann hat er sehr viel zu erzählen. New York ist eine riesengroße Stadt und zehn Tage vergehen wie im Flug. Jeder einzelne Tag war gespickt mit tollen Erlebnissen, aber auch kleine Ärgernisse waren immer mit von der Partie. Meine liebsten Momente waren die abseits klassischer Sehenswürdigkeiten: Pancakes mit Blueberries in Tom’s Cafe, das Beirut Konzert nahe der Brooklyn Bridge, Gespräche mit Einheimischen, die uns den Weg gezeigt haben und immer sehr nett waren. Denn auch wenn Amis für ihre oberflächliche Freundlichkeit bekannt sind, fake hat das auf mich eigentlich nie gewirkt.

Wir haben einem komplett dichten Junkie im Central Park beim Singen eines selbst komponierten Liedes zugehört (und ja, ihm Geld gegeben), sind durch Brooklyn geirrt weil die Schienen unserer Subway-Linie kurzzeitig kaputt waren und haben im Forever 21 gleich am ersten Tag eine abartige Geldmenge ausgegeben – ich plädiere ja noch immer auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund von Jetlag. Naja, wenigstens wissen wir jetzt bestens über deren strikte “no return policy” Bescheid. Auf der Fifth Avenue gönnten wir uns ganz Manhattan-Style eine Maniküre, nur um sie durch Ungeduld gleich wieder zu ruinieren – tja, das passiert wenn man gierig auf kalte Pommes und Burgerreste ist… den besten Burger haben wir dann übrigens überraschenderweise nicht in New York, sondern am Flughafen in Philadelphia gegessen.

Ob mir irgendetwas so gar nicht gefallen hat? Hmmm… schwierig. Um das herauszufinden müsste ich wohl noch mal hinfahren. Also, falls irgendjemand da draußen Lust hat mir den Flug zu zahlen, ich bin dabei!

P.s.: Jetzt hätte ich doch glatt mein Lieblingserlebnis vergesen: Poetry anywhere! In einer  Subway-Station saß ein junger Dichter, der zu jedem beliebigen Thema in Windeseile ein Gedicht verfasste. Chapeau!