Adam Burrell – Kämpfernatur

Adam Burrell – Kämpfernatur

Hast du Kampfgeist? Bist du bereit für deinen Traum alles zu geben? Nein? Adam Burrel schon. Der Visagist mit Lebensmittelpunkt in London lebt ganz nach dem Motto: „Fühl die Angst und mach es trotzdem.” Und sein Erfolg gibt ihm Recht.

Was ist deine Geschichte, wie wurdest du zum Visagisten?

Ich komme aus einer kleinen Stadt aus dem Nordosten von England wo High Fashion und Stars Welten entfernt sind und ich hatte den Begriff „Make-up artist“ sicher noch nie davor gehört. Aber bis zum College habe ich mich die ganze Zeit mehr oder weniger unbewusst auf diese Karriere vorbereitet – das merke ich, wenn ich zurückblicke. Ich war immer schon sehr kunstinteressiert und wollte etwas erschaffen. Dann, aufgrund Make-up-lastiger Filme wie Beetlejuice, The Nutty Professor und The Addams Family, fand ich Make-up immer faszinierender.

Als ich sieben war, verbrachte ich die Sommerferien vor allem damit anderen Kindern die Gesichter anzumalen und ich lebte quasi für Halloween – da verwandelte ich all meine Cousins und Cousinen inklusive mir selbst. Während meiner Zeit am College war America’s Next Topmodel total angesagt und ich sah wie richtige Visagisten arbeiten und da ist dann der Groschen gefallen. Ich habe mich am London College of Fashion für Make-up and Prosthetics for Performance eingeschrieben und der Rest ist Geschichte.

Wie haben deine Eltern auf deinen Berufswunsch reagiert?

Es war sicherlich nicht überraschend für sie, meine Leidenschaft hat sich immerhin schon seit meiner Kindheit sehr stark abgezeichnet. Was sie am meisten geschockt hat, war die Vorstellung, dass ich nach London ziehe…

Was magst du am liebsten an London?

Es ist wunderschön, kultig und hat so viele Facetten. Ich liebe die verrückte Mischung aus Menschen, Plätzen, Shops und Restaurants. London war immer gut zu mir und deshalb wird es immer besonders bleiben.

Wie wichtig ist ein inspirierendes Umfeld/Menschen?

Je nachdem was man sein oder machen möchte ist es wichtig an einem Ort zu sein wo die Nachfrage gegeben ist. Und das bedeutet nun mal oft da zu
sein wo viele Menschen sind, eben in großen Städten. Dank Internet findet man enorme Quellen für Inspiration, egal wo man sich gerade geografisch befindet. Als Make-Up Artist ist es aber zum Beispiel unerlässlich in oder nahe einer großen Stadt zu leben.

Wie hast du es geschafft in diesem harten Business nicht unterzugehen?

Ich habe mich komplett der Arbeit verschrieben und hatte immer mein Ziel vor Augen. Ich habe jeden Job gemacht, der mir angeboten wurde und habe es einfach genossen. Du weißt nie, wohin dich manche Dinge bringen, was du lernst oder wen du treffen könntest.

Hast du jemals den Glauben an dich verloren?

Ich habe nie geglaubt, dass es einfach werden würde. Ich wusste, wenn ich weit kommen will, muss ich ganz unten anfangen. Du musst geduldig mit dir selbst sein, an dich und deine Fähigkeiten glauben und fokussiert bleiben. Es gibt Zeiten, da sitzt man allein daheim und hat nichts zu tun, diese Zeit sollte man nützen um sich weitere Inspiration und neue Ideen zu holen.

Wolltest du mal aufgeben?

Nein, niemals.

Perrie Adam

Was ist dein größter Erfolg bisher?

Jeden Tag Geld mit meinem Traumjob zu verdienen. Immer wenn ich ein Musikvideo sehe oder ein Red-Carpet Bild von einem Star, den ich geschminkt habe, bin ich glücklich und stolz. Ich kann mich noch genau erinnern als ich nach London gezogen bin war ich noch recht naiv und blauäugig und ich assistierte Liz Martins beim Schminken der Band Girls Aloud. Und ich hoffte, dass ich eines Tages selbst mit einer erfolgreichen Girl band arbeiten würde… und jetzt, acht Jahre später, bereise ich die ganze Welt mit Little Mix und ich kann noch immer nicht glauben, dass das wirklich mein Job ist.

Was rätst du angehenden Visagisten?

Wenn du eine Leidenschaft für Make-up hast und dir nicht vorstellen kannst etwas anderes zu machen: go for it! Der Wettbewerb ist riesig, du musst also sicher stellen, dass du wirklich der Beste bist. Und das bedeutet: üben, nie aufhören zu lernen und deine Fähigkeiten zu perfektonieren.

Jeder Künstler hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Weg wie er es geschafft hat. Doch drei Dinge haben wahrscheinlich alle gemeinsam: Leidenschaft, Talent und eine dicke Haut.