Bonnie Maller – Make-Up Queen

Make up von Bonnie Maler

Man trifft sie selten ohne Lippenstift und sie sagt über sich selbst, dass sie ohne Schönes wohl kaum leben könnte. Bonnie Maller arbeitet seit 35 Jahren als Visagistin, zu ihren Kunden zählen Modegrößen wie Ralph Lauren und Calvin Klein. Mit uns sprach sie über ihren Einstieg ins Business und ihre Vorliebe für einen natürlichen Look.

Wie sah dein Einstieg in die Branche aus?

Ich hatte großes Glück – schon mein zweiter Job als Freelancer war das Seventeen Magazin Cover. Und weil meine Herangehensweise an Make-Up für damals sehr ungewöhnlich war – ich war Vertreterin des „natürlichen Looks“ – habe ich im ersten Jahr schon rund 12 Models für Coverbilder geschminkt.

Du warst also quasi erfolgreich über Nacht…

Ja, das kann man so sagen. Aber später gab es immer wieder auftragsschwache Phasen, das war hart. Denn ich war es ja gewöhnt gut zu verdienen. Da wünscht man sich dann gespart zu haben…

Was sind die größten Herausforderungen bei der Arbeit als Freelancer?

Da gab es schon einige während meiner 35 Jahre als Visagistin… besonders zu Beginn meiner Karriere war ich ständig unterwegs und habe ohne Unterbrechung gearbeitet. Manche brennen sich da komplett aus. Die Arbeit kann ziemlich zermürbend sein – auf Location draußen sein, bei jedem Wetter, teilweise bis spät abends.

Jetzt kann ich mit solchen Tagen viel besser umgehen, weil ich weiß was von mir erwartet wird. Aber als junge Visagistin kann es wirklich hart sein.

Was waren deine Top-Klienten bisher?

Ralph Lauren, Calvin Klein, Perry Ellis… ich habe auch für andere führende Designer gearbeitet, aber nicht zu einem solchen Ausmaß wie für diese drei.

Dazu habe ich natürlich auch etliche Cover und Editorials für High Fashion Magazine gemacht. Zum Beispiel für die Britische, Französische und Amerikanische Vogue. Im Bereich Werbung habe ich unter anderem für L’Oréal und Lancôme gearbeitet.

Makeup von Bonnie MallerMakeup von Bonnie Maller

Gab es einen speziellen Moment wo du dir dachtest „Ich habe es geschafft?”

Ich bin mir nicht sicher ob ich mich jemals so einen bestimmten Moment hatte. Aber wenn ich in einem Restaurant auf meinen Namen reserviert habe wurde ich manchmal gefragt ob ich denn die Visagistin sei… da war ich ziemlich stolz! Denn wenn dich Leute kennen, die nicht in dem Business tätig sind, gibt dir das ein großartiges Gefühl.

Mit wem hast du die Zusammenarbeit am meisten genossen?

Ich habe schon mit einigen großartigen Menschen zusammen gearbeitet, aber wenn ich ein oder zwei nennen müsste, dann wären das wohl der Fotograf Bruce Weber und Ralph Lauren.

Bruce Weber habe ich gleich zu Beginn meiner Karriere getroffen, aber er wurde schnell bekannt, liebte meine Art zu schminken und schnell entwickelte sich eine Freundschaft. In dem Business sind die Grenzen zwischen Freundschaft und Geschäftsbeziehung ohnehin sehr verschwommen. Bruce war schon bald mehr Familie für mich als ein Kunde.

Was bedeutete Kreativität für dich? Was brauchst du, um kreativ zu sein?

Kreativität ist für mich Selbstausdruck. Was ich dazu brauche? Eigentlich nur meine Augen, ich muss sehen können. Mich inspiriert eigentlich alles was ich sehe – auf die ein oder andere Art.

Was rätst du jungen Menschen, die in der Kreativbranche arbeiten möchten?

Ganz ehrlich? Es ist kein leichter Weg und nicht jeder hat Erfolg. Aber das ist heutzutage in allen Bereichen so. Außerdem: Nur weil jemand in der Kreativbranche arbeitet, bedeutet das noch lange nicht, dass derjenige sein kreatives Potenzial wirklich ausschöpfen kann. Es wird immer Chefs und Kunden geben, die exakte Vorgaben machen und keinen Raum für neue Ideen lassen. Wirklich kreativ zu sein bedeutet, dass das Endresultat dir selbst zu 100% gefällt und dich glücklich macht.