Carola von WildZeit Sportswear im Talk

Wildzeit

Gescheckte Kühe vor einer traumhaften Bergkulisse und knallbunte Sportmode: Im August traf ich Carola vom Sportswear-Label WildZeit im idyllischen Kuchl zum Interview.

„Der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit war nie geplant, und schon gar nicht mit einem Mode-Label“, meinte Carola gleich zu Beginn. Mir hat sie erzählt wie es trotzdem dazu gekommen ist.

Was muss man über Wildzeit wissen? Erzähl mir doch ein bisschen von der Marke.

WildZeit gibt es seit 2011, da hab ich das Label zusammen mit meinem Mann gegründet. Damals war grade die Badehose in Lederhosen-Optik sehr angesagt und wir dachten uns, dass dieser trachtige Stil doch eigentlich viel besser zum Wandern und Radfahren passen würde. So war die Idee geboren. Eigentlich wollten wir erst mal nur eine Garnitur machen, dann haben wir aber eine Designerin gefunden, die so viele tolle Entwürfe erstellt hat, dass wir gleich eine ganze Kollektion gemacht haben.

Am Anfang standen extrem trachtige Designs. Es hat sich dann aber rasch abgezeichnet, dass es in Zukunft sehr stark in Richtung moderner Alpenstyle gehen wird. Die Farben sehr knallig, die Motive für die Herren kämpfende Hirsche und Steinböcke und bei den Damen Bambi, Blümchen, Vögelchen und Co.

Was ist der rote Faden, er sich durch alle Designs zieht?

Das ist wohl der Hirsch, der auch Teil des Logos ist. Und der Name natürlich. Der Hirsch und der Name WildZeit drücken Freiheit aus, in der Natur und aktiv sein. Das passt einfach gut.

Wie ist der Name eigentlich entstanden?

Ganz viel Brainstorming, ganz viel Ausschlussverfahren, schauen welche Domains sind noch frei, was ist markenrechtlich geschützt, was gefällt uns, was ist nicht zu männlich und nicht zu weiblich etc. Wir hatten auch eine Liste mit verschiedenen Namen und haben dann Freunde gefragt was ihnen gefällt. Und schließlich ist WildZeit übrig geblieben.

Und wie lief das am Anfang konkret – wie kann man sich die ersten Schritte vorstellen?

Naja zuerst war eben die Idee da, dann die Recherche wie man das umsetzen könnte, die Suche nach einem Produzenten.  Das war schon sehr schwierig, jemanden zu finden, der die Entwürfe unseren Vorstellungen entsprechend umsetzt. Wir waren auch viel auf Messen unterwegs und haben Stoffe begutachtet. Da gibt es so vieles zu beachten, Druckverfahren etc. In Slowenien haben wir dann glücklicherweise einen Produzenten gefunden. Wobei es dann teilweise auch sehr mühsam war die kleinen Details gemeinsam umzusetzen, weil den Slowenen unsere Art von Tracht natürlich doch eher fern liegt.

Und es wird alles in Europa gemacht, das ist uns sehr wichtig. Die Stoffe kommen komplett aus Italien.

Euer Produkt ist sehr nischig, habt ihr einen direkten Konkurrenten, der ähnliches macht?

Wir werden ab und zu mal mit Maloja verglichen, die allerdings inzwischen sehr viele verschiedene Themen aufgreifen, auch Peru und Mexiko. Die machen aber eben auch trendige, junge und flippige Sachen. Zum Teil ebenfalls ziemlich bunt, aber wir sehen uns nicht als direkte Konkurrenten.

Wie würdest du Eure Zielgruppe beschreiben?

Da heben wir uns sicher auch von anderen Sportlabels ab. Wir sprechen eher den Lifestyle-Sportler an, den Genuss-Biker und auch tendenziell etwas ältere Sportler: so zwischen 30 bis 60 Jahren. Und besonders bei älteren Damen kommt unsere Sportkleidung  gut an, weil die Schnitte locker und leger sind. Da fühlt man sich einfach wohler.

Dein WildZeit-Lieblingsstück?

Meine ist nach wie vor die pinke Hose im Lederhosen-Look, die ich auch jetzt trage.

Funktionskleidung bei Mode-Discountern– was sagst du dazu?

Von der Qualität sicher nicht schlecht, das hab ich selbst auch schon fest gestellt. Der Unterscheid ist einfach, dass das in China produziert wird und in viel größeren Stückzahlen. Die Stoffe sind dann eben auch aus Asien. Und asiatische Stoffen kosten oft nur ein Drittel dessen was Stoffe in Europa kosten.

Dein größter Erfolg bis jetzt mit dem Label?

Da gibt es viele kleine schöne Highlights. Speziell erinnern kann ich mich als wir auf einem großen Bike-Fest ausgestellt haben und ein Pärchen aus Wien kam zu unserem Stand und beide waren schon in WildZeit  gekleidet. Da hab ich zum ersten mal Leute gesehen, die unsere Sportswear von sich aus gekauft haben und anhatten. Und ein großes Highlight war für uns dann letztes Jahr, als SportScheck uns in den Katalog aufgenommen hat.

Und ein Misserfolg?

Am Anfang brauchten wir schon sehr viel Durchhaltevermögen. Weil das Feedback der Händler war zwar durch die Bank sehr gut, aber wir bekamen sehr oft Dinge zu hören wie: “Ja, das gefällt uns schon sehr gut, aber schauen wir mal.” Oder “Sehr nett, aber wir nehmen momentan keine neuen Marken in unser Sortiment auf.”

Habt ihr speziell etwas für die Wintersaison?

Ja, ab dieser Saison, also HW 2014/15 haben wir eine Mützenkollektion neu im Sortiment. Die Mützen werden natürlich auch in Europa prdouziert und bestehen zu 50 Prozent aus Wolle und zu 50 Prozent aus Acryl. Unser USP ist “Bommel wechsel dich”. Das bedeutet, zu jeder Haube werden 4 verschiedene Bommel geliefert und die lassen sich ganz einfach wechseln. So hat man quasi vier verschiedene Mützen.

 

Danke für das Gespräch!