Eine Schneeflocke ist einzigartig und perfekt.
Du auch?

Eine Schneeflocke ist einzigartig und perfekt. Du auch?

Schwierig ist das. Wenn man sich ständig damit beschäftigt, wie man sein soll. Soll ich perfekt sein? Dem gängigen Schönheitsideal entsprechen? Lieber meine Einzigartigkeit betonen? Oder doch irgendwas zwischendrin? Ein Gedankenspiel.

Immer mehr Firmen beschäftigen sich mit dem Thema wahre Schönheit, mit normalen Frauenkörpern. Allen voran das Kosmetik-Unternehmen Dove das schon seit Jahren konsequent auf kurvenreiche Frauen setzt, die auch gerne den ein oder anderen „Makel“ haben dürfen.

Ende Oktober sorgte auch die Unterwäschefirma Dear Kate für Aufsehen. Sie stellten die Victoria’s Secret-Kampagne mit dem Titel „The Perfect ‚Body‘“ nach – mit ganz normalen Frauen, in allen Formen und Größen. Eigentlich alles eine super Sache, aber ….

Ist „normal schön“ ein Prädikat mit Trostpflaster-Charakter?

Irgendwas irritiert mich immer ein bisschen. Ich konnte es lange nicht genau festmachen, nicht erkennen wo der wunde Punkt bei mir genau liegt. Jetzt weiß ich es. In meinen Augen, haben diese Kampagnen einen „Trostpflaster-Charakter“. Für mein Empfinden, schwingt immer mit: „Du bist zwar nicht wunderschön, wie die wirklich tollen Frauen. Aber hey, du bist auch ok, ganz normal eben. Leb damit!“ Autsch. Das ist irgendwie weniger toll.

Sei du selbst! Aber das ist gar nicht so leicht.

Im Titel schreibe ich, dass Schneeflocken perfekt und einzigartig sind. Die Kombination, die wohl viele insgeheim anstreben. Perfektion, indem man dem Schönheitsideal (soweit wie möglich) entspricht und generell gut ankommt. Kombiniert mit einer gehörigen Prise Individualität, um nicht Teil der gesichtlosen Masse zu sein.

Doch die Brücke zwischen diesen beiden Wünschen gilt es erst mal zu schlagen… Wie man das schlussendlich macht, das ist jedem selbst überlassen. Aber ich denke, die Basis ist bei allen gleich. Sie lautet Selbstliebe. Ich weiß aber auch, dass es bis dahin ein weiter Weg sein kann. Da kann schon mal ein eisiger Mount Everest dazwischen stehen.

Der Druck kommt von beiden Seiten

Manchmal fühle ich mich fast etwas bedrängt, als würden mich von beiden Seiten dicke Turnmatten ersticken. Die Matte links säuselt: Orientiere dich an dem gängigen Schönheitsideal, nimm ein paar Kilo ab, kauf die schöne Jacke. Und die Matte rechts flüstert: Sei so wie du bist, eifere keinem Ideal nach, finde zu dir selbst. Und verdammt noch mal: Kauf weniger Billigmode!

Was bleibt, gefangen zwischen den beiden miefenden Matten? Orientierungslosigkeit. Denn eines haben beide gemeinsam: Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Äußere. Geben ein Statement dazu ab, wie man sein soll. Ich glaube, ich halte mich an die deutsche Lyrikerin Irina Rauthmann, die meint: „Erst wenn du es aufgibst, dich über Äußerlichkeiten zu definieren, gelangst du zu dir selbst.“

In sich gehen. Und zu allem anderen sagen: Klappe halten!

Aber wie schafft man es, sich nicht mehr über Äußerlichkeiten zu definieren? Wie kann ich die ganzen Meinungsmacher ausblenden und auch meine eigene scharfe Zunge? Ich habe eine Idee: Für ein Wochenende einfach mal alle Spiegel abhängen und null Medien konsumieren. Dann ist es nämlich so, als würden alle einfach mal die Klappe halten. Ich mach das jetzt auch.

Ende. Aus. Stille.

Alles Liebe,

Elisabeth

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  • In der heutigen “oberflächlichen” Welt ist es sehr schwer mit sich selbst zufrieden zu sein. Überall wird Perfektionismus gefordert, sei es jetzt bezogen auf das äußere Erscheinungsbild oder in der Berufswelt. Man sollte dennoch versuchen sich selbst zu lieben, mit sich selbst zufrieden zu sein und vielleicht sogar stolz daruaf zu sein, nicht perfekt zu sein 🙂 LG

    http://www.naomella.com

    • “Stolz darauf sein, nicht perfekt zu sein” – das hast du schön gesagt. Danke für deinen lieben Kommentar. Liebe Grüße, Elisabeth