Fenster 5: Eine wahre Nikolausgeschichte

Fenster 5: Eine wahre Nikolausgeschichte

Einfach irgendeine Nikolausgeschichte? Von wegen! Die hier schrieb das echte Leben.

Ehrlich gesagt, wollte ich euch einfach eine schöne Nikolausgeschichte aus dem Netz suchen – shame on me. Aber dann hab ich mir gedacht: „Das macht doch jeder! Es freuen sich bestimmt alle viel mehr, wenn ich einen Schwank aus meinem Leben erzähle.“ Jetzt ruft ihr sicher alle freudig „jaaaa!“ Ähm, das hoffe ich zumindest.

Nun gut. Auch wenn ich mit meiner Geschichte nur einem einzigen Menschlein dort draußen die Vorweihnachtszeit versüßen kann, so hat sie doch schon ihren Sinn und Zweck erfüllt!

1x im Jahr musste ich mit Nikolaus und Krampus kämpfen

Also, es war einmal … eine kleine Elisabeth, die riesengroße Angst vorm Krampus hatte und auch vorm Nikolaus bestand ein gewisser – sagen wir mal – Respekt. Doch alle Jahre wieder kam eben nicht nur das liebe Christkind. Davor galt es den Besuch von Nikolaus und Krampus zu überstehen. Das einzig Gute daran? Das randvoll mit Schokolade befüllte Nikolaussäckchen.

Ich hatte das perfekte Versteck vor den komischen Gestalten

Wenn Nikolaus und Krampus zu uns nach Hause kamen, versteckte ich mich immer vorsorglich unter dem Wohnzimmertisch – falls meine Eltern es nicht schaffen sollten den Krampus an der Eingangstür abzuwehren. Das Geräusch einer rasselnden Kette reichte, und schon war ich den Tränen nahe. Jahr für Jahr fürchtete ich mich und bewunderte meine Eltern, die den Krampus immer abwehren konnten – und ihm manchmal sogar die Rute entrangen.

Die Wahrheit kommt ans Licht – spät aber doch

Die Jahre vergingen und irgendwann kamen Nikolaus und Krampus natürlich nicht mehr. Ich zweifelte aber nie daran, dass meine Eltern jedes Mal zwei solche Gestalten organisiert hatten. Okay, gesehen habe ich sie nie. Ich war ja immer unter dem Tisch versteckt… aber ich war von ihrer Präsenz felsenfest überzeugt. Ich hatte doch alles gehört!

Erst vor ein paar Jahren kam zufällig raus, dass nichts davon „echt“ war. Kettenrasseln und Kampfgeräusche – alles vorgetäuscht. Alle dachten, das hätte ich schon längst gewusst. War aber nicht so.

Und die Moral aus der Geschicht…

Irgendwie ziemlich blöd zu wissen, dass man sich jahrelang total umsonst unterm Tisch verkrochen hat. Und auch ziemlich blöd, dass ich später nicht intelligent genug war zu erahnen, dass meine Eltern sich nicht die Mühe machen Nikolaus und Krampus zu organisieren, wenn ich die beiden sowieso nicht sehen will und schon Tage vorher innerlich in Panik ausbreche.

Was ich daraus gelernt habe? Bei meinen Kindern mach ich es mal ganz genauso. Ha!

Ich wünsch euch einen braven Nikolaus und Krampus!

Alles Liebe,

Elisabeth