Nähen lernen | Salzburger NähBar im Talk!

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Seit Dezember 2014 rattern in einem kleinen Café im Salzburger Stadtteil Maxglan die Nähmaschinen. Was es damit auf sich hat, das erfahrt ihr jetzt!

Du wolltest schon immer Nähen lernen und bist verrückt nach Kaffee und Kuchen? Dann wird die NähBar  in der Maxglaner Haupstraße 35 vielleicht schon bald zu deinem zweiten Zuhause. Doch bevor du dort einziehst, hab ich schon mal viele spannende Infos für euch erfragt! Denn die beiden Inhaberinnen Teresa & Katharina waren so lieb mir ein paar Fragen zu beantworten.

1. Wann und wie hattet ihr die Idee zur NähBar? Und wie lange dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung?

Das erste Mal haben wir im Dezember 2013 über unser Projekt gesprochen! War eigentlich nur durch Zufall, weil wir in einer Burda-Ausgabe von einem Bonner Nähcafé gelesen haben und uns dachten: Danach sehnen wir uns auch! V.a war das noch eine Marktlücke in Salzburg. Und dann haben wir unseren Gedanken freien Lauf gelassen. Die besten Voraussetzungen hatten wir: beide ausgebildete Schneiderinnen, bereits Arbeitskolleginnen, beide Erfahrung in der Gastronomie. Das Grundgerüst war schnell klar.

Dann haben wir 3/4 Jahr lang Businessplan geschrieben, Lokal gesucht, Möbel gesammelt und restauriert und letztendlich im Oktober das passende Objekt gefunden. Sechs Wochen haben wir uns Zeit gelassen zum Renovieren und Einrichten, dann haben wir im Dezember 2014 eröffnet.

Der Look

Im Bild: Die beiden fleißigen Schneiderlein freuen sich über ihre maßgefertigte Torte zur Eröffnung.

2. Wie würdet ihr die Nähbar mit 3 Wörtern beschreiben? Und wer ist eure Zielgruppe?

Kreativ, einzigartig, vielseitig.

Vor allem kommen natürlich Frauen zu uns. Aber auch Männer haben wir immer wieder zu Gast: sowohl nähende, als auch solche, die einfach gerne an der Bar sitzen. Und auch sonst ist alles dabei: von 7-Jährigen Kinder bis zu Pensionisten; von Akademikern bis Arbeitslose.

3. Wann und wie entstand die Leidenschaft fürs Nähen?

Bei beiden bereits in Kindertagen. Bei Teresa durch eine bevorstehende Wienfahrt, woraufhin sie sich mit ihrer Mutter ihr erstes Kleid nähte und danach kaum noch von der Nähmaschine wegzukriegen war. Es folgte bald die Modeschule Ebensee!

Bei Katharina zunächst als Kind mit Puppenkleidern etc. dann erst wieder im Teenageralter mit der Liebe zu Ballkleidern, Patchworkdecken und Taschen. Es folgte die Ausbildung in einer Trachtenschneiderei.

4. Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für euch? Wie steht ihr zu Second Hand und Upcycling?

Nachhaltiges Handeln finden wir sehr wichtig. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Ressourcen geradezu verschwenderisch ausgeschöpft werden und alles viel zu schnelllebig wird – kaum noch repariert, sondern nur noch weggeworfen wird.

Daher finden wir den Trend zum Upcycling  sehr wichtig und unterstützenswert! Die Leute bekommen wieder einen Blick für “wertvolle” Dinge – die man vielleicht auch in anderer Art und Weise neu zum Leben erwecken kann.

Bei uns werden zum Beispiel alle Gürtel, Taschen, etc. auf brauchbare Schnallen, Schließen, Riemen und Bänder durchsucht. Dann wird alles Brauchbare abmontiert. Kaum zu glauben, wo man überall noch etwas Sinnvolles, Wiederverwertbares findet! Auch alte Kleidungsstücke brauchen oft nur ein bisschen Liebe und etwas Pep. Neue Kombinationsmöglichkeiten etc.

Der Look

Im Bild: Bei den Nähkursen geht es geschäftig zu. Rat gibt es jederzeit!

Und das Gute ist nicht nur, dass weniger weggeworfen wird, sondern dass wir auch lernen Dinge wieder mehr zu schätzen. Sowohl das Material, als auch die Arbeit, die in jedem Teil steckt – vor und nach dem Upcycling.

Viele nehmen diese Entwicklung auch als therapeutisch wahr. Wir hatten in den Kursen schon oft Leute, die diesen kreativen Schaffensprozess, oder spezifisch das Umgestalten für sich selber als heilsam und meditativ empfunden haben!

5. Wie sieht euer perfekte Tag aus?

Morgens aufstehen und erst mal so viel Frühstücken, dass es bis spät abends reicht, damit man den ganzen Tag mit dem Kopf bei der Arbeit bleiben kann 😉

Ne… also erst mal morgens vor den Öffnungszeiten alles in Ruhe herrichten, d.h. einkaufen, putzen, backen etc., dann möglichst viele Frühstücksgäste! Nebenbei motivierte fleißige Schneiderlein in der offenen Werkstatt, denen wir hin und wieder ein paar Tipps geben können…zusätzlich natürlich ein paar Kunden, die gerne Stoffe und Zubehör kaufen, zwischendrin ein paar ruhige Minuten, wo eine von uns Büroarbeiten, E-mails, Facebook, Homepage, Kursplan, Buchhaltung etc. erledigen kann, dann im bestmöglichen Fall (der selten eintritt!) jeden Tag ein paar Stunden Zeit, in denen wir oder zumindest eine von uns diverse Nähaufträge abarbeiten kann!

Dann noch ein angenehmer Nähkurs mit vielen wissbegierigen eifrigen Teilnehmern! Und zum Abschluss im Eildurchgang zamräumen und das finale *Bling$$$$* wenn man die Kasse schließt.

6. Was würdet ihr mit 1 Million Euro machen?

Teresa: Zuerst vielleicht ein schönes Haus bauen, auf Urlaub fahren, meinen Eltern was Kaufen, bzw. Geld schenken & natürlich auch Einiges ins Geschäft investieren; 1-2 Mitarbeiter anstellen & viel Geld auf die Seite legen, damit ich mein Leben lang davon schöpfen kann… Ansonsten würd ich mich gerne für den Weltfrieden einsetzen & alle Missstände aus der Welt schaffen 🙂

Katharina: Ein kleines Häusschen bauen (und hoffen, dass bei den derzeitigen Immobilienpreisen noch bisschen was für weitere Vorhaben übrig bleibt!), dann 2 Wochen irgendwo Urlaub machen, um danach völlig entspannt und erholt weitere kreative Projekte, in Verbindung mit der NähBar natürlich, anzugehen. Wege und Mittel finden, um gegen die finanziellen und sozialen Missstände in der Textilbranche vorzugehen (im Ausland und auch im Inland – was leider bisher meist vernachlässigt wird!)

Und last but not least viele viele schöne Stoffe für unsern Laden kaufen, ohne auf die Rechnung achten zu müssen. UND uns eine Angestellte gönnen, damit wir auch weiterhin die To Do-Liste unter Punkt 5 meistern können!

Der Look

Im Bild: Katharina und Teresa haben mit der NähBar Ihren Traum verwirklicht.

8. Was war euer schönstes Erlebnis mit der Nähbar bisher?

Oh, da gibt es bereits jetzt unzählig viele. Wir hatten das Glück so viele wahnsinnig liebe und nette Menschen kennenzulernen, so viele wunderbare Momente und spannende, witzige Kurse… Eigentlich gehört jeder, der zum ersten Mal die NähBar betritt und leuchtende Augen bekommt, zu unseren schönsten Erlebnissen!

Danke für das Gespräch – und bis bald in der Nähbar!

Alles Liebe,

Elisabeth

  • franzi

    cool, da muss ich unbedingt mal hinschauen!!!! 🙂

    • Hallo liebe Franzi! Ja, ich glaube, das ist eine gute Idee! 🙂 Liebe Grüße! Elisabeth

  • Carrie

    Tolle Bilder, toller Post

    http://carrieslifestyle.com
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  • Mona

    Liebe Eli, ich war schon mal drinnen hab bisserl Utensilien gekauft aber können wir ja auch gern mal hinschauen was meinst? Sehr interessant geschrieben! !! MONI

    • Elisabeth

      Hi Moni, sehr sehr gerne! Gehen wir mal bissi nähen 🙂 bussis