Rachel Wood – In Love with Life

Rachel Wood

Gameshow-Moderatorin mit juwelenbesetztem Krönchen wollte sie eigentlich werden. Die Stars und Sternchen dieser Welt sind froh, dass sie sich doch anders entschieden hat. Mit uns plauderte die lebensfrohe New Yorkerin über ihren Weg ins Business, ihre schönsten Erfolge und verriet uns wieso Reality-Stars ganz schön anstrengend sind…

Berufswunsch Visagistin – wie kam es dazu?

Ich habe schon als Kind ständig gemalt und gezeichnet, ich liebte alles Kreative. Als ich dann am College Kostüm- und Make-up Kurse machte, bin ich so richtig in den Bereich eingetaucht. Irgendwann war es für mich einfach logisch Visagistin zu werden.

Wodurch hast du am meisten gelernt?

Durch meine Assistenztätigkeiten. Außerdem habe ich Teilzeit für eine Kosmetikmarke gearbeitet, das hat mich auch ein großes Stück weiter gebracht. Es ist wirklich nicht schwierig, ein wunderschönes, 16-Jähriges Model großartig aussehen zu lassen. Aber wenn du täglich die unterschiedlichsten Kundinnen schminkst – zwischen 15 und 80, mit verschiedensten Hauttypen – dann ist das ein ziemlich gutes „Bootcamp“. So habe ich meine Schminktechniken perfektioniert.

Warum bist ausgerechnet du erfolgreich geworden? Was glaubst du?

Ich denke, der Grund ist, dass ich immer 110 Prozent gegeben habe.

Du hast mal gesagt, um als Visagist erfolgreich zu sein muss man seine Nische finden, was ist deine?

Es waren mal Modenschauen. Als ich in Europa lebte, habe ich im Jahr auf rund 50 Modenschauen als Visagistin gearbeitet. In den letzten Jahren habe ich viel für Red-Carpet Events, wie die Golden Globes gearbeitet und Promis geschminkt. Ich liebe es, Teil des ganzen „Zurechtmachens“ zu sein, das macht mir sehr viel Spaß.

Was ist die größte Herausforderung beim Schminken von Models?

Du musst schnell und flexibel sein. Es kann passieren, dass du an einem Model arbeitest und mittendrin wird es dir plötzlich weggerissen, weil es Probe laufen muss oder spät dran ist für eine andere Show. Und du musst auch unter hohem Druck sehr organisiert arbeiten können, denn Haare und Nägel werden parallel gemacht. Ich habe schon Top-Visagisten aufgrund verschiedenster Stresssituationen zusammenbrechen sehen…

Was liebst du an Modenschauen?

Ich liebe die Begeisterung, die bei solchen Live-Events in der Luft liegt. Außerdem trifft man bei Fashion-Weeks auf so viele bekannte Gesichter – es ist wie eine Art Klassentreffen (lacht). Und einem Designer dabei zu helfen seine Kollektion zum Leben zu erwecken ist ein großartiges Gefühl.

Was waren deine größten Rückschläge?

Kein Geld zu verdienen. Schlechte Agenten zu haben und von Menschen, denen ich assistiert habe, nicht bezahlt zu werden. Die meisten wissen nicht, wie viel gratis Arbeit man als junge Visagistin leisten muss um ein gutes Buch aufzubauen. Ich war zweimal an dem Punkt, wo ich alles hinschmeißen wollte, aber glücklicherweise wollte mich niemand anstellen. (lacht).

Dein schönster Erfolg?

Muss ich mich für einen entscheiden? (lacht). Sehr schön war es zum Beispiel die Clothes Show in Großbritannien zu leiten – ich hatte  elf Assistenten und habe jeden Tag mehr als 60 Tänzer, Models und Stars geschminkt. Das war eine wahnsinnig tolle Zeit. Auch Teil der MTV-Show Plain Jane zu sein (wird in 67 Ländern ausgestrahlt und hat rund 30 Millionen Zuseher) ist ein großer Erfolg für mich.

Wie fühlt es sich an für MTV und so eine bekannte Show wie Plain Jane zu arbeiten?

Für Plain Jane zu arbeiten ist ein wahrer Kraftakt, da wir wahnsinnig viel reisen. Aber ich finde es großartig, Teil positiver Veränderungen zu sein, wie es Thema der Show ist. Es gibt so viele Shows, die Menschen auseinandernehmen, aber PJ bringt Selbstvertrauen und positive Energie. Ich liebe es, Mädchen umzustylen – was man im Fernsehen sieht ist real – wir verbinden ihnen wirklich die Augen und lassen sie erst mal nicht sehen was das Umstyling bewirkt hat. Und mit Louise Roe (Anmerkung: Host der Show) zu arbeiten ist ein Traum. Sie ist schön, talentiert und ein ganz besonderer Mensch.

Du hast schon Promis wie Mariah Carey, Vanessa Hudgens, Zac Efron und Jared Leto geschminkt. Wie fühlt sich das an?

Gute Vorbereitung ist alles. Dann  bin ich auch nicht nervös. Und ich versuche immer eine große Auswahl an Marken und Produkten dabei zu haben. Wenn ich mit einem Star zum ersten Mal arbeite, google ich ihn davor und schaue  welcher Look gut passen würde. Ich stelle auch sehr viele Fragen – was er/sie mag und was nicht. Damit sich derjenige mit dem Ergebnis auch auf jeden Fall wohl fühlt.

Die schlechtesten Erfahrungen hatte ich mit Reality-Stars. Ich habe mal einige Mädchen, bekannt aus der Sendung „16 & pregnant“,  für ein bekanntes Magazin geschminkt und die meiste Zeit damit verbracht ihnen das grauenhafte orange Make-up aus dem Gesicht zu wischen und die Mädchen waren noch dazu sehr unhöflich. So verhält man sich einfach nicht.

Gab es einen speziellen Moment wo du dir dachtest: „Wow, ich hab es geschafft”?

Ja. Ich habe auf der London Fashion Week gearbeitet und bin zwischen zwei Shows hin und her gelaufen, die gleichzeitig stattfanden. Ich hatte zwei Teams und zwei Head Assistants an meiner Seite. Alles ist perfekt gelaufen, das Make-up war erstklassig. Da hab ich mich verdammt gut gefühlt…

Wo holst du dir Inspiration?

Meine Mutter inspiriert mich, sie ist sehr künstlerisch und kreativ. Sie ist Interior Designer und ihr ist jeder schön beleuchtete Showroom in New York City zu verdanken (www.lampworksinc.com). Sie hat mir nicht nur beigebracht hart, sondern auch clever zu arbeiten. Visuell gesehen liebe ich alles aus den 1970ern – Möbel, Kleidung, Make-Up und Haare. Meine Schönheitsikone ist Raquel Welch, sie ist für mich der Inbegriff von Weiblichkeit.

Was fasziniert dich an Make-up?

Ich liebe den kreativen Prozess. Ich liebe, dass du mit Make-up die Ausstrahlung eines Menschen komplett verändern kannst und dass Make-up Selbstvertrauen gibt.

Welchen Rat würdest du (jungen) Menschen geben, die Visagist werden möchten?

Du musst dazu bereit sein, niedere Arbeiten zu machen, wie Kaffee holen und Pinsel waschen. Du wirst nicht sofort mit Madonna arbeiten sobald du deine Ausbildung abgeschlossen hast. Versuche dir soviel wie möglich von anderen abzuschauen und lass negative Gedanken gar nicht erst zu – immer positiv sein!

So kommt ihr mit Rachel über twitter oder instagram in Kontakt.

Oder schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei: www.mascaramemories.com