Christian Obojes – Mützen-Addict

Warm me - Mützen von Christian Obojes

„Never stop exploring.“ Nach diesem Motto lebt Christian Obojes, vielbeschäftigter Weltenbummler und Gründer des It-Mützenlabels Warm-ME. Für uns hat er sich zwischen diversen Orderreisen etwas Zeit frei geschaufelt. In seiner Modevertriebsagentur roomwithaview sitzen wir bei einer Tasse Kaffee zusammen…

Warum eigentlich ausgerechnet Hauben, Christian? Wie ist die Idee entstanden?

Naja, eigentlich ist es ganz einfach. Du musst nach etwas suchen, das du neu machen kannst. Hosen, Jacken und Co fallen schon mal weg, denn da gibt es schon vier bis fünf große Firmen. Außerdem braucht man in diesen Bereichen unfassbar großes Wissen um das Produkt wirklich gut umzusetzen. Wenn man dann also den Körper von Kopf bis Fuß durchgeht, findet man nur einen Bereich wo es keine Weltmarktführer gibt: Mützen. Und von Mützen waren Iris (Anmerkung: seine Frau) und ich ohnehin Fans.

Was sind die Zutaten für ein erfolgreiches Modelabel?

Persönlichkeit, Ehrlichkeit und Einzigartigkeit. Zudem sollte das Label eine super Story haben.

Wann wurden die Pläne zu Taten?

Das ging alles relativ flott, innerhalb eines Jahres. Zwei Produzenten waren schnell gefunden und eine Bekannte – Modedesignerin und ebenfalls Mützenfetischistin (lacht) – in Paris, hat sich um die Entwürfe gekümmert. Lieferanten kannte ich bereits genug und tja, dann haben wir einfach angefangen. Long story short: Wir haben auf der Premium Modemesse in Berlin ausgestellt und alle waren begeistert. Auf der ersten Messe haben wir gleich 50 Aufträge geschrieben.

Die ersten Promis mit Warm-ME-Mützen?

Einige deutsche Schauspieler, zum Beispiel Matthias Schweighöfer. Und ja, George Clooney wurde auch schon mit einer unserer Mützen gesichtet. Aber so viele sind es ja bisher auch nicht.

Ist aber schon ein tolles Gefühl, oder?

Na sicher. Boah das ist schon cool eigentlich (lacht). Du siehst dann deine Arbeit an einem Prominenten wie Cara Delevingne oder Chiara Ferragni von The Blonde Salad und das ist schon toll. Aber wir bemühen uns ja auch und schicken aktiv Exemplare aus – über Freunde und Bekannte in der Branche.

Denkst du, dass Hauben bald wieder weniger „in“ sind und sich das auf Warm-ME auswirkt?

Nein wieso, kommt kein Winter mehr? (lacht). Nein, da mach ich mir keine Sorgen. Denn natürlich ist es ein netter Nebeneffekt, dass Mützen momentan so angesagt sind, aber das steht nicht im Vordergrund. Mützen wird man immer brauchen. Schlussendlich machen wir ein Produkt, das warm halten soll.

Gab es bei dir bisher einen bestimmten Moment – wo du dir dachtest: „Wow, ich habe es geschafft?“

Der Moment war noch nicht da, die Welt ist einfach zu groß.

Siehst du dich eher als Mode oder als Start-up Menschen oder eine Mischung?

Eine Mischung… obwohl, ich bin eigentlich nicht wirklich ein Modemensch. Schon sehr viel mehr ein Start-up Mensch. Ich bin ein Ideengeber. Die Umsetzung überlasse ich dann aber gerne anderen. Du wirst mich nie overdressed sehen – ich hab ein paar gute Sneaker, ein paar gute Jeans, Jacken und Gürtel. Ich bin natürlich sehr an Mode interessiert, aber ich gehe nicht jedem Trend nach. Ich verunstalte mich nicht, das überlass ich lieber anderen (lacht).

Dann hast du sicher einige tolle Ideen?

Ja klar (lacht). Und ich mach alles wo ich die richtigen Leute dazu finde und wir es in kurzer Zeit schaffen, ein tolles Team zusammenzustellen, weil allein mach ich es sicher nicht. Ich kann immer nur die Idee und weiteren  Input geben, und natürlich auch Verbesserungsvorschläge liefern. Ich arbeite ja schließlich seit fast 30 Jahren in dem Bereich, habe bei Einwaller in Innsbruck die Lehre zum Einzelhandelskaufmann gemacht und die beste Schulung bekommen. Dort habe ich nämlich nicht nur gelernt ordentlich zu arbeiten, sondern auch Visionen zu haben und nie aufzuhören zu träumen und zu entdecken – never stop exploring eben.

Ist das auch dein Lebensmotto?

Ja. Und das muss mir mein erster Arbeitgeber mitgegeben haben, denn aus dem Elternhaus kam es sicher nicht.

Wie sehen deine Eltern deine Karriere im Modebusiness und deine Ideen?

Ach, die sind total happy. Nur alle machen sich immer Sorgen, dass ich zu viel arbeite und zu viele Baustellen habe. Aber so seh ich das gar nicht, ich arbeite wahnsinnig gerne. Es hapert einfach oft am finanziellen und zeitlichen Limit… Wir  könnten noch viel tollere Sachen machen, wenn wir das finanzielle Kapital auch noch dazu hätten.

Was für spannende Ideen sind schon gestorben? Fällt dir spontan etwas ein?

Ich hatte schon mal ein fertiges Konzept für ein Take-away Pizza-Restaurant. Pizzaofen, Rezept für den Teig – war alles schon da. Du musst wissen, ich bin ja der wahrscheinlich größte Pizzafetischist auf dieser Erde… Gescheitert ist mein Pizzaprojekt schlussendlich an der Location, das war schwierig in Salzburg.

Wann „killst“ du ein Projekt?

Naja, aus Erfahrung kann ich sagen, wenn nach zwei bis drei Monaten noch nichts Nennenswertes passiert ist, dann wird aus dem Projekt auch nichts mehr.

Welche Eigenschaften braucht man, um mit einer Idee Erfolg zu haben?

Ich denke, dafür braucht man keine konkreten Eigenschaften. Man sollte einfach immer auf der Suche sein/bleiben, die Augen offen halten. Mein Ziel ist es nie unbedingt viel Geld zu machen, grundsätzlich versuchen wir einfach die Besten zu sein. Ich möchte nicht unbedingt der Größte sein, aber ich möchte im Gedächtnis bleiben und vielmehr derjenige, über den alle sagen: Da geh ich gerne hin, das kauf ich gerne, da fühl ich mich wohl.