Verena besucht… Das Kleid

Designerinnen von "Das Kleid"

Die beiden Salzburger Jungdesignerinnen von Das Kleid im Interview!

Ausgefallene Hochzeitskleid-Designs, ein Design Award für ein schwarzes Hochzeitskleid und individuelle Maßanfertigungen: Die beiden Jungdesignerinnen Marlene Scheiber und Melanie Buzzi haben sich in Salzburg bereits einen Namen gemacht. Grund genug für mich, bei den beiden im Atelier in der Ernst-Thun Straße vorbei zu schauen und zum Gespräch zu bitten.

Das Atelier von Das Kleid

Wofür steht “DAS KLEID”?

Das Kleid steht für Individualität und Einzigartigkeit. Es steht für die Braut von Heute, die das Besondere sucht.

Wie habt ihr euch kennengelernt, bzw. wie seid ihr auf die Idee gekommen gemeinsam Kleider zu entwerfen und umzusetzen?

Wir haben uns bei „Madl” in Salzburg kennengelernt, wo wir beide im Atelier für Tracht und Haute Couture gearbeitet haben. Von Anfang an fanden wir uns sympathisch und haben entdeckt, dass wir die gleiche Leidenschaft für edle Stoffe und tolle Kreationen hegen und da lag es einfach nahe, dass wir uns gemeinsam selbständig machen. Den Gedanken der Selbständigkeit an sich verfolgte jede von uns beiden natürlich schon länger.  So etwas kommt ja nicht von heute auf morgen. Aber der Zeitpunkt war dann einfach der richtige.

Schnittentwurf von Das Kleid

Woher kommen eure Ideen, was inspiriert euch?

Unser Geheimnis liegt wahrscheinlich darin, dass wir tatsächlich jedes Unikat gemeinsam entwickeln und entwerfen. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Wir arbeiten im Team und das funktioniert sehr gut. Die Ideen entstehen meist während des Arbeitens. Der Grundgedanke und ein erster Entwurf sind vorhanden. Aber die Feinheiten und kleinen Details, die so ein Kleid ausmachen, kommen sobald wir mit dem Stoff (sei es nun Spitze, Seidenorganza oder Seidentaft) arbeiten. Sobald wir einen Stoff in den Händen halten und uns mit ihm beschäftigen entwickelt sich im Kopf ein Bild. Und das setzen wir dann um.

Ein Brautkleid in Schwarz, das einen Preis gewinnt: Wie kann das funktionieren? Wurde das Kleid denn schon jemals bei einer Hochzeit getragen?

Das Thema dieses Wettbewerbs war ja „black desire” und da lag es für uns nahe ein schwarzes Brautkleid zu kreieren. Der Entwurf ist angelehnt an das 18. Jahrhundert, wo vorwiegend in Schwarz geheiratet wurde. Es ist wirklich ein einzigartiges „haute couture” Stück. Die Menschen suchen das Außergewöhnliche und dieses Kleid hat viel davon zu bieten. Dass eine Braut wirklich einmal ein schwarzes Kleid zur Hochzeit trägt ist eher unwahrscheinlich. Jedoch haben wir schon Kleider für Bräute entworfen, die schwarze Details verarbeitet haben wollten.

Das schwarze Hochzeitskleid von Das KleidEinblick in das Atelier von Das Kleid

Wie lange wird durchschnittlich an einem Kleid von euch genäht?

Das ist schwer zu sagen, da es wirklich auf das Modell ankommt. Je aufwändiger, desto länger die Arbeitszeit. Das schwarze Brautkleid zum Beispiel beinhaltet um die hundert Stunden reine Nähzeit, aber es ist ja nicht nur der Prozess des Nähens an sich, der viel Arbeit bedeutet. Es steckt viel mehr dahinter. Erst einmal muss das Design auf die Kundin abgestimmt werden, denn wir wollen ja die Vorzüge einer jeden Frau zur Geltung bringen. Allein die Auswahl der richtigen Stoffe nimmt einige Stunden in Anspruch. Dann geht es über den Grundschnitt zum Modellschnitt und dann wird das Kleid für die erste Anprobe gerichtet. Die Kundin kommt im Schnitt fünf Mal zu uns bis das Kleid perfekt sitzt. Es ist also ein langer Prozess von den ersten Entwürfen bis zum fertigen Kleid.

Wird es irgendwann auch einmal eine Basic Kollektion geben oder arbeitet ihr weiterhin nur auf Auftrag?

Eine eigene Kollektion steht für uns nicht zur Debatte, da unsere Philosophie darauf aufbaut, dass wir jeder Braut ihr individuelles Kleid schneidern. Wir lieben die Einzigartigkeit unserer Kreationen. Jedoch stehen wir gerade in Verhandlungen mit einem Label, welches vom Design und vom Look sehr gut zu uns passt. Es ist eine sehr romantische und liebliche Kollektion. Diese externe Linie wird es vermutlich ab kommendem Frühjahr bei uns im Geschäft zu kaufen geben.