Verena besucht … Katharina Kaesbach

Katharina Kaesbach

Herzlich willkommen zur Beitragsreihe „Verena besucht“ wo ich Euch im zwei Wochen Rhythmus Designer, Handwerker und Do-it-yourself Künstler in und rund um die Mozartstadt vorstelle.

Meinen ersten Besuch habe ich der Fashion Designerin Katharina Kaesbach abgestattet. Ich habe die quirlige und fröhliche Designerin (die von sich selbst sagt, dass sie nie schlechte Laune hat) in ihrem Atelier in der Sigmund-Haffner-Gasse 14, in der Salzburger Altstadt getroffen. Dort designt sie jedes einzelne Stück selbst. Die Anfertigung erfolgt gemeinsam mit vier Schneiderinnen.

Schon beim Betreten des Ateliers wird klar, hier sind Individualität und Wohlbefinden zu Hause. Edle Stoffe, bunte Farben, ausgefallene Materialien: Kreativität und Ausdrucksstärke sind sofort spürbar. Am liebsten würde ich jedes Kleidungsstück einzeln angreifen und auch sofort anprobieren. Doch in ihrer Schneiderei im ersten Stock des traumhaften Altstadtgebäudes bitte ich sie erst mal zum Gespräch:

Geschäft von Katharina Kaesbach

Liebe Frau Kaesbach, wie sind Sie denn zum Modedesign gekommen?

Wissen Sie, ich war schon als Jugendliche sehr ausgefallen und hatte einen speziellen Bezug zu Kleidung (lacht). Ich bin im spießigen Baden-Württenberg aufgewachsen und habe sehr polarisiert, ja war ein absoluter Exot. Ich habe zwar nie die Schneiderei erlernt, habe aber bereits als Jugendliche tonnenweise Kleidung bei sogenannten Wühlmärkten eingekauft und sie für mich passend umgearbeitet. Eigentlich habe ich mir also alles selbst beigebracht. Ich habe immer eine sehr exakte Vorstellung davon wie ein Kleidungsstück später aussehen soll – ich sehe es vor mir. Gleichzeitig lebe ich meinen eigenen Stil und will mit Kleidung Ausdruck verschaffen. Mein erster Auftrag kam dann mit 20. Ich studierte gerade Tanz in Holland und nähte laufend auffällige Kleider für mich selbst. Ich wäre jedoch zu dem Zeitpunkt nie auf die Idee gekommen mit Modedesign Geld zu verdienen. So nahm das alles seinen Lauf.

Wofür steht denn das Label Kaesbach und wer steht hinter der Marke?

Hinter der Marke stehen mein Mann und ich. Wir sind seit 21 Jahren verheiratet und ein tolles Team. Das Label steht in allererster Linie für Wohlgefühl beim Tragen von Kleidung. Es kümmert sich um die Person die es trägt und soll ein Gefühl von Sicherheit geben. Wenn ich gut aussehe und mich wohlfühle, dann bin ich stark und habe eine sicheres Auftreten. Meine Kleidung verkörpert die Vereinbarkeit von Komfort und Design. Sie soll nie einengen, nein sie soll fließen.

Wie kommen Sie zu ihren außergewöhnlichen Schnittführungen und zu Ihrem Design?

Ich habe von Beginn an immer eine ganz klare Vorstellung wie ein Kleidungsstück später aussehen soll. Mich interessieren weder andere Designer noch Trends oder Laufstege. Meine Inspiration kommt bei mir immer von Plätzen an denen ich mich besonders wohlfühle: das kann Architektur sein, der Himmel, das Meer, die Weite der Natur – all diese Dinge verarbeite ich in meinem Design. Und die Jahreszeiten haben ebenfalls Einfluss auf mein Handwerk.

Mantel aus dem Hause KaesbachJacke aus dem Hause KaesbachKleid aus dem Hause Kaesbach

Wer sind Ihre Kundinnen und was geben Sie Ihnen mit auf den Weg?

Von der Bäuerin bis zur Königin ist bei meinen Kundinnen alles dabei (lacht und strahlt). Natürlich habe ich sehr viele Führungskräfte oder auch prominente Persönlichkeiten die im Rampenlicht stehen und einfach top angezogen sind. Aber ich habe auch sehr viele Stammkundinnen die von weit weg immer wieder extra hierher zurückkehren weil sie großen Gefallen an meiner Mode gefunden haben. Ich richte mich an Menschen die Spaß an Mode haben, ihren eigenen Stil suchen und leben wollen.

Meinen Kundinnen will ich Wertgefühl mitgeben, den Wert von sich selbst. Die Trägerin soll ihre Einzigartigkeit spüren wenn sie meine Stücke trägt und sich im Spiegel betrachtet.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Copyright:
Titelbild und Geschäftsbild Katharina Kaesbach
Schwarz-Weißbilder Verena Kemperling